INHALT

Seit vielen Wochen ist die Tür verschlossen. Mike hat sich eingesperrt. Seit er 18 geworden ist, können die Eltern nichts mehr dagegen tun, solange er sich selbst oder andere nicht gefährdet. Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschlossen, am Leben dort draußen nicht mehr teilzunehmen. Die Eltern Susanne und Thomas sowie die Schwester Miriam können nur vor der verschlossenen Tür verharren, fragen, fordern, flehen, ausrasten, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür mehr und mehr zum Spiegel ihrer eigenen Geschichten. Je mehr sie nach den Gründen forschen (Susanne) oder vor der Ohnmacht fliehen (Thomas), desto mehr verstricken sie sich in ihre eigene Überforderung. Einzig Miriam sucht nicht, meidet nicht – ahnt sie den Beweggrund ihres Bruders doch von Beginn an intuitiv in ihrem eigenen Erleben. Am Ende erkennen sie, dass manchmal nur der Rückzug der Weg in ein besseres Leben ist.